Kölle zittert!

10.01.2013. Domprobst Norbert Feldhoff hat es als Erster gespürt. Als er im Dom auf ´nem Stuhl saß.
Ein Zittern, wie wenn die Erde bebt.
Der bzw. die Schuldige war schnell ausgemacht: U-Bahn-Linie 5, seit einem knappen Monat in Betrieb, fährt direkt an der Nordseite vom Dom vorbei. Jetzt zittert nicht nur der Dom, sondern ganz Kölle: Vor vier Jahren das Stadtarchiv – und jetzt womöglich jenes ewig unvollendete Kirchenbauwerk, berühmt und beliebt in aller Welt, nicht zuletzt vom Logo des 1. FC? Ja, bricht demnächst womöglich ganz Köln endgültig zusammen?!
Experten geben Entwarnung, aber wenn der Kölner erstmal mißtrauisch geworden ist, dann läßt er sich nicht mehr so leicht kalmieren. Vorsichshalber fährt U-Bahn-Linie 5 erstmal nur noch mit Tempo 20, im Dom darf auch bei der Messe nicht mehr laut gesungen werden. Mehrere engagierte Bürger betätigen sich zudem ehrenamtlich als „Riss-Spotter“: Sie kucken abwechselnd nach, ob der Dom womöglich schon erste Risse bekommt. Bis es so weit ist, tut der Kölner das Einzige, was ihm in einer solchen Situation zu tun bleibt: Der Kölsch-Verbrauch in der Altstadt ist in den letzten Tagen nochmal immens gestiegen. Und das bereits einen Monat vor Karneval. Keine Frage: Köln sieht einem heißen Vorfrühling entgegen. Wir schalten zurück nach Düsseldorf…