Archiv der Kategorie 'Dies & Das'

Jungle Boogie, 2. Strophe: Still looking for the babe of the month

13,1 Millionen Zuschauer, 30 Prozent Marktanteil. – So liest sich die Ausbeute der Auftaktsendung vom vergangenen Freitag, 21 Uhr 15, RTL. Was sagt das über Deutschland? – Lieber nicht fragen.
Wir sind ja keine Stars (außer Hennes, aber der bleibt bodenständig) und gehen da auch lieber gar nicht erst rein, aber wenn man erst mal drin ist, muß man halt das Beste draus machen. Kotztüte Fiona, der unser allererstes Augenmerk galt, haben wir mittlerweile fallen gelassen zugunsten von – wem sonst? – Georgina. (So geht´s ja auch häufig auf Partys: Am Anfang fasst man ein Lustobjekt ins Auge, am Ende geht man aber dann doch mit ´nem ganz anderen nach Hause. Zumindest gelegentlich.) Warum Georgina? – Ganz einfach: Weil die zwar genauso doof ist wie alle anderen, aber wenigstens süß lächeln kann. Ansonsten geht´s im Dschungelcamp nicht viel anders zu als in unserer Redaktion, Lachflashs am Lagerfeuer und Gemecker über selbstgekochtes Essen inklusive. Von den Ischen käme ansonsten schon rein altersmäßig eh nur noch Claudelle in Frage, aber die kuckt ja immer nur wie ´ne angepisste Hauskatze. Da liegt Georgina mit fünf Dschungelprüfungen in sechs Tagen (trotz mediokrer Sternausbeute) eindeutig vorn. Ob hübsche Augen allein aber ausreichen für den Titel „Babe des Monats“? – Mal Micaela Schäfer fragen.
Bleibt nur noch die Frage, wer sich so´n menschenverachtenden Scheiß wie das RTL-Dschungelcamp eigentlich immer ankucken tut…

Kölle zittert!

10.01.2013. Domprobst Norbert Feldhoff hat es als Erster gespürt. Als er im Dom auf ´nem Stuhl saß.
Ein Zittern, wie wenn die Erde bebt.
Der bzw. die Schuldige war schnell ausgemacht: U-Bahn-Linie 5, seit einem knappen Monat in Betrieb, fährt direkt an der Nordseite vom Dom vorbei. Jetzt zittert nicht nur der Dom, sondern ganz Kölle: Vor vier Jahren das Stadtarchiv – und jetzt womöglich jenes ewig unvollendete Kirchenbauwerk, berühmt und beliebt in aller Welt, nicht zuletzt vom Logo des 1. FC? Ja, bricht demnächst womöglich ganz Köln endgültig zusammen?!
Experten geben Entwarnung, aber wenn der Kölner erstmal mißtrauisch geworden ist, dann läßt er sich nicht mehr so leicht kalmieren. Vorsichshalber fährt U-Bahn-Linie 5 erstmal nur noch mit Tempo 20, im Dom darf auch bei der Messe nicht mehr laut gesungen werden. Mehrere engagierte Bürger betätigen sich zudem ehrenamtlich als „Riss-Spotter“: Sie kucken abwechselnd nach, ob der Dom womöglich schon erste Risse bekommt. Bis es so weit ist, tut der Kölner das Einzige, was ihm in einer solchen Situation zu tun bleibt: Der Kölsch-Verbrauch in der Altstadt ist in den letzten Tagen nochmal immens gestiegen. Und das bereits einen Monat vor Karneval. Keine Frage: Köln sieht einem heißen Vorfrühling entgegen. Wir schalten zurück nach Düsseldorf…

Pausenfüller – Wenn es sein muß, muß es eben sein…

Bevor hier noch alles endgültig in Winterschlaf verfällt, gibt´s an dieser Stelle die nächsten zwei Wochen (bis mal endlich wieder Liga ist) ein paar Kurzgeschichten (oder wie man so was nennen möchte) von unserer persönlichen Festplatte. Die eine oder andere ist schon hier oder da erschienen (wenn ja, steht´s dabei); oder auch nicht. Mit Fußball hat das unter Umständen nicht mehr allzu viel zu tun, aber das hat die Reklame an der Bande im Stadion oder in der Halbzeitunterbrechung in der Glotze auch eher selten.
Wir füllen bloß ´ne Pause.

90jährige Killer-MILFs, durcharbeitende U.S.-Präsis, prophetische Bleiergüsse und ´ne vorgezogene Meisterfeier auf der Domplatte oder: Sylvester mit Hennes

Hennes: „Pass´ auf! Drei Physikstudenten haben mündliche Prüfung. Der erste kommt ins Prüfungszimmer, der Professor stellt die Prüfungsfrage: Was ist schneller? – Der Schall oder das Licht?
Der Student: Das Licht. Der Professor: Und wieso? Student: Na, wenn ich mein Radio einschalte, geht immer erst das Lämpchen an, und dann kommt der Ton. Der Prof gratuliert. Durchgefallen.
Nächster Student, selbe Prüfungsfrage: Was ist schneller? – Der Schall oder das Licht?
Der zweite Student: Der Schall. Der Prof: Wieso? Student: Na, wenn ich meinen Fernseher einschalte, ist immer erst der Ton da, und dann kommt das Bild.
Der Prof gratuliert; auch durchgefallen.
Dritter Student. Was ist schneller? – Schall oder Licht? Der Studi: Kommt drauf an. Der Prof: Und worauf? Der Studi: Na – Radio oder Fernseher?“

Zugegeben: Gibt bessere. Immerhin: Hennes hat aus dem Desaster letztes Sylvester auf Schalke (wir berichteten exklusiv) offenbar gelernt und will es diesmal etwas ruhiger angehen lassen. Party im GBH, im kleinen Kreis, Dinner for One kucken, lecker essen, Bleigießen – die ganze Spießerscheiße. Alles, nur nicht wieder Wettsaufen.
Corinna, die keinerlei Erinnerung mehr an den letzten Jahreswechsel plagt (außer dass sie am nächsten Tag neben ´nem Schalker aufgewacht ist) hat seit zwei Tagen ihren Führerschein (O-Ton Schneck: „Find´ mal zwischen den Feiertagen ´nen Beamten mit Stempellizenz. Da wirste eher vom Blitz erschlagen.“) sowie Muttis alten Twingo, der´s auf der Autobahn locker auf 120 bringt, dafür jedoch gerade in Kurven nicht unbedingt durch Bodenhaftung zu beeindrucken weiß. Immerhin: Er passt in jede Parklücke. Zur Not auch hochkant. Optimal. Wir wollen schließlich später noch in die Altstadt.

16 Uhr. Hennes und Corinna beschmeißen sich auf dem Balkon gegenseitig mit Knallteufeln. Dann Laserschwertduell mit brennenden Wunderkerzen. Authentischer Star Wars-Effekt: Gekreuzte Klinge kleben zusammen. Corinna gewinnt nach Punkten; Hennes sieht das naturgemäß anders.

17 Uhr. Lasagne innen Ofen.

18 Uhr. Glotze an, „Dinner for One“.
Hennes: „Was glaubst du wohl, warum die alle tot sind, die Gäste?“
Corinna: „Lass´ mich raten: Der Butler war´s…“
Hennes: „… Und Miss Sophie hat jedesmal das Erbe eingestrichen. Eiskalt. Und jetzt feiert se ab.“
Corinna: „Deswegen säuft der Typ auch so viel. Das böse Meuchelmördergewissen muß betäubt werden.“
Hennes: „Bestimmt hat er´s aus Liebe getan.“
Corinna: „Tja. Er ist so um die sechzig; sie ist neunzig. – Für den Butler ist Miss Sophie praktisch ´ne MILF. Da werden ja so manche Männer schwach. Ich sag´ nur: Susi Daubner.“
Hennes: „Au backe. Krass. Vielleicht sollten wir mal die Polizei anrufen..?“
Corinna: „Mord verjährt schließlich nicht.“
Hennes: „Beihilfe zum Mord auch nicht.“
Beide: „Hm …“
Hennes: „Kuck´! – Am Ende gehen se zusammen inne Kiste.“
Corinna: „Einmal im Jahr. Mitleidsfick. Das Luder…“
Hennes: „Apropos…“

20 Uhr. Tagesschau mit – wir haben´s geahnt – nicht Susi Daubner. Stattdessen Jan Hofer. Ex von Sabine Christiansen. Was die Susi wohl heute macht?
Danach Merkel. Wiederholung der Ansprache vom letzten Jahr; oder so ähnlich. Alle maunzen. Corinna: „Knorke. Selbst wenn se sitzt, sieht die immer aus, wie wenn se Männchen macht. Also als ob.“ Danach Essen.

14 Uhr 30 Ortszeit, Washington D. C. Mittlerweile hält Barack Obama stündlich eine Rede auf CCN. Zahlen, Zahlen, Zahlen, aber offenbar werden se sich doch noch einig, ihr Fiskalkliff zu umschiffen. Oder auch nicht. Scheiß Englisch.

22 Uhr. Bleigießen. Corinna gießt. Hennes: „Was soll das denn sein? Das sieht ja pervers aus.“ Corinna: „Das ist die Fußball-Statistik 2013.“ Hennes: „Dacht´ ich´s mir doch.“

Hennes, Bong inne Hufe, Lasagne im Bart: „Ich sag´ also zu Klaas-Jan, ich sag´: Klaas-Jan, kuck´ mal: Wir haben den Anton Ujah, den Chihi, Chris Clemens, den Kopfball-McKenna. – Wir haben genug Top-Torschützen. Kannst es ja mal bei den Bayern versuchen; oder bei Hoffenheim. Keine Ahnung, ob er das gemacht hat. Und nu ist aber das Ende vom Lied, dass er doch in Schalke bleibt, der Klaas-Jan. Weiß auch nicht, was er will, der Junge. Tut mir ja leid für ihn, aber beim FC hätte der doch nur auffe Bank gesessen. Mal ehrlich…“

23 Uhr. Jetzt aber alle ab in den Twingo und den Twingo in die Altstadt! Im Hinterhof von McDoof schieben wir zwei Müllcontainer zusammen, schon ist Parkplatz. Kleinwagen sind schon was Feines. Vorausgesetzt, im Kofferraum ist Platz genug für ´nen Geißbock. Einen, der krampfhaft ´ne fast leere Ramazotti-Flasche und ´ne Tüte Erdnußflips umklammert. Corinna: „Jetzt komm´ da raus, sonst wird der Deckel wieder zugemacht!“ Hennes: „Nein!!“
Das Feuerwerk ist denn auch ´ne Wucht, selbst wenn alles mittlerweile aussieht wie´n 3D-Film ohne passende Brille. Kommt bestimmt von den billigen Zigarren. Hennes: „Da kriegt man mal ´n Feeling davon, wie sich hierzulande ´ne Meisterfeier aussehen täte. Sag´ ich mal.“
Tja.
Hennes: „Oder ´ne Aufstiegsparty.“ Dann wollen drei betrunkene Frauen den Hennes entführen, der würde sich auch liebend gern entführen lassen, aber wir haben schließlich die Verantwortung übernommen, also bitte.
Das fehlt noch: Neujahr, und der Hennes ist verschwunden. Dann heißt es gleich wieder: Das waren bestimmt die Gladbacher…

Und, Hennes? Gute Vorsätze für 2013?
„Is´ schon 2013?“
„Glaub´ schon.“
„Dann is´ eh zu spät.“

„Is` schon Frühstückszeit?“
„Willste frühstücken?“
„Ne. Aber vielleicht noch ´n Absacker…“

„Dass die immer noch so böllern…“
„Ich glaub´, das ist die Sonne.“

Guten Morgen, 2013…

***

Nachtrag 01.01., 20 Uhr: Da isse wieder, die Susi! Pünktlich zum Frühstück.

Peter Struck. Ein Nachruf

„Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Wer so was sagt, der weiß, wovon er spricht. Wird am Hindukusch doch so manches angebaut, was später in Deutschland selige Abnehmer findet.
Was Peter Struck (Nicht zu verwechseln mit Peer Steinbrück. – Der lebt. Noch.) alles so in seiner Pfeife geraucht hat, wußte er zum Schluß vermutlich selbst nicht mehr. Jetzt hat er den Schnabelofen zum letzten Mal beiseite gelegt.
„Wenn man im Himmel nicht rauchen darf, dann geh´ ich da nicht hin“, hat Mark Twain mal in seinem Tagebuch notiert.
„Das muß man in der Koalition besprechen und dann weitersehen“, hat Peter Struck mehr als einmal in die Kamera genuschelt.
Danach war die Koalition meistens seiner Meinung.

Die Kanzlerin trauert, und auch die adipöse SPD-Spitze ist tränenfeucht. Wir indessen bauen was Schönes, reichlich gefüllt mit den Früchten vom Ufer des Hindukusch, paffen Peacezeichen und sagen: Bye, bye, Peter. Grüß´ den Willi.

19.12.2012