Archiv der Kategorie 'Beauty & Wellness'

Flirten mit Hennes. Heute: Erfolgreich anbaggern, Lektion Eins

Methode 1: Knallharte postfeministische Dialektik

ER
Und? Wie läuft´s so…bei euch Frauen?

SIE
Inwiefern?

ER
Ach, so generell. – Gleichberechtigung; und die ganze Scheiße.

SIE
Na ja. Gut Ding will Weile haben, nicht wahr?

ER
Läuft also nicht. War ja klar.

SIE
Warum sind Sie so gemein? Wollen Sie mich denn gar nicht vögeln?

Bingo. Nuss geknackt.

Methode 2: Die Mitleidsmasche

ER
Mein Großvater ist im KZ gestorben.

SIE
Das ist ja schrecklich.

ER
Hm. Is´ besoffen vom Wachturm gefallen.

Methode 3: Die Chefredakteur-Masche oder: Der wahre Grund, warum wir diesen ganzen Mumpitz hier veranstalten

ER
Kennen Sie eigentlich „Südkurvenslalom“? Diesen Blog?

SIE
Klar. Den kennt doch jeder. Total geil.

ER
Tja. Ich bin der Chefredakteur.

…Und die dritte Nuss geknackt. Das reicht für einen Abend. Zumindest, wenn man vorher 16 Stunden gearbeitet hat. Und nächstes Mal ist Schluß mit dem Gelaber. Dann geht´s zur Sache…

SIE
Das ist ja eine süße Ziege…

ER
Genau genommen ein Geißbock. Er heißt Hennes.

SIE
Wie süß. Darf ich den mal streicheln?

ER
Er besteht sogar darauf.

SIE
Wie süß…

HENNES
Mäh!

Neue Serie: Flörten mit Hennes. Erste Lektion: Ansprechen

Er:„Entschuldigen Sie, dass ich Sie anspreche, aber Sie sind nicht zufällig Gladbacherin?“
Sie:„Nein. Wieso?“ Er:„Oh, da bin ich aber erleichtert…“ – Und schon entspinnt sich ein hochinteressantes und -informatives Gespräch zu zweit. An dessen vorläufigem Ende die so Angesprochene erstmal online geht, um zu kucken, was es mit diesem Südkurvendingsbums auf sich hat. Oder auch nicht.
Männer und Frauen. Tja. Da ist Kommunikation naturgemäß nur bedingt im Rahmen des Möglichen. Trotzdem soll am Ende hinten was rauskommen. Weil wenn nicht, dann stirbt die Menschheit. Aus.
Ran also an den verbalen Urfunken, wo wir alle am Ende das Ende von sind: den Flört.
Der Flört. Eine rhetorische Attacke auf ein Lustobjekt. Das ist wie Opel tieferlegen mit ´nem Maniküre-Set. Mit ´nem Handy Nudeln kochen. Meister werden mit Schalke. Kurzum: Das kann nur in die Hose gehen. Bzw. eben nicht.
Guter Rat ist teuer nun, wenn man nicht gerade so gut aussieht wie der Autor dieser Zeilen, und das tun nun mal die wenigstens, aber was Anderen teuer ist, ist uns nur recht und billig, und geht uns genau genommen auch nüchtern betrachtet haarscharf am A*** vorbei. Anyway. Letzten Endes verhält es sich doch ein weiteres Mal wieder wie auffem Platz. X hoch drei mal kriegste ´n Ball; x hoch zwei mal schießte aufs Tor; x mal geht er rein. Und dann pfeift der Schiri. Abseits. Sie, nach drei Stunden Gebagger:“Hab´ ich eigentlich erwähnt, dass ich ´nen Freund hab´?“
Die Frage ist dann allerdings rhetorisch.
Als langjähriger ununterbrochener Kölner hasste bei den Mädels natürlich automatisch ´nen ganz schweren Stein im Brett. Von wegen der Treue. Die ist den Frauen ja ganz besonders wichtig. Und was gibt´s wohl für ´nen härteren Treuetest als 25 Jahre treuer Fan vom 1. FC sein? Da schafft man(n) auch locker ´ne Ehe.
Ob man allerdings beides schafft – ´ne Ehe UND den FC – das sei dann wiederum dahingestellt.

Der kleine Südkurven–Wellness–Tipp. Heute: Die richtige Klolektüre (Erster Teil)

Nirgendwo wird so viel gelesen wie auf dem Stillen Örtchen. Und damit ist jetzt nicht die Stadtbibliothek gemeint.
Welche Lektüre aber eignet sich mehr, welche weniger zu Zeitvertreib und geistiger Erbauung, alldieweil der Unterbauch sozusagen den Müll runterbringt? Wir haben uns wagemutig dem Selbstexperiment ausgesetzt und mal das Eine oder Andere unter Normal- wie Extrembedingungen streng wissenschaftlich angetestet.

Von „Blitz-Illu“, „Hustler Magazine“ und anderer erotischer Lektüre ist unter allen Umständen abzuraten. – Wichsen mittem Arsch auffe Brille ist echt allerunterstes Gewölbe. Ja, wir gehen sogar so weit zu behaupten: Kein anständiger Betonmischer hat sich jemals auffem Dixie-Klo zum Mädchen von Seite Eins den Schwengel gewienert. Schon gar nicht morgens um neun inne Frühstückspause. (Mal ganz davon abgesehen: Inne Pause geht doch eh keiner kacken…)

In einer Zweier-WG an der Hammer Straße, 48153 MS, lag jahrelang die Reclam-Ausgabe der Tagebücher von Samuel Pepys auf dem locus pazificus. Pepys war im 17. Jahrhundert ein relativ hoher Beamter des Londoner Schifffahrts- (drei Fs?) und Hafenamts und hatte Umgang mit einigen mehr oder minder hohen Tieren seiner Zeit. Die Tagebucheinträge behandeln teils eben diese Tiere und was für Rindviecher die meisten der selben tatsächlich sind, daneben aber auch Pepys´ buntes Sammelsurium meist eingebildeter Krankheiten nebst reichlich obskurer (aber seinerzeit geläufiger) Heilmethoden; außerdem des Autors permanente Sorge um sein (reichlich vorhandenes) Finanzkapital, Klagen über klauendes Personal und feuchte Träume, in denen die Königin von England als Lustobjekt herhalten muß. (Man kann davon ausgehen, dass Pepys einer späteren Veröffentlichung seiner Diarien kaum zugestimmt hätte.) Die Einträge umfassen meist zwei, drei Sätze bis eine Seite, man kann irgendwo mittendrin anfangen, und meistens gibt´s entweder was zu lachen oder ´ne kluge Bemerkung. (Also praktisch wie hier, nur ohne den Hennes.)

Bei akuter Verstopfung (aus welchen Gründen auch immer) bietet sich ein gutes WITZEBUCH an. Lachen bringt Zwerchfell und Bauchmuskulatur in Fahrt, was dann von oben Druck macht aufs träge Gedärm. Ergebnis: Spätestens nach der dritten Pointe dampft´s in der Schüssel.

Die Sportzeitschrift „kicker“ ist praktisch DIE Klolektüre schlechthin, allerdings sollte man darauf achten, stets eine halbwegs aktuelle Ausgabe zur Hand zu haben. Nichts törnt beim Defäzieren mehr ab als ´n Bericht zum 27. Spieltag, wo Köln 6 zu 1 gegen Dortmund verleiert hat. Ach ja: Den Innenteil kann man außerdem ganz gut gebrauchen, wenn die Papierrolle mal wieder leer ist.

Das Nonplusultra auf dem Bücherbord überm Spülkasten ist natürlich Dirk Unschulds „Als der Geißbock Moped fuhr“. Ungeachtet des Umstands, dass die Faktenlage nicht immer ganz tatsachengetreu widergegeben zu sein scheint (Hennes:“Wahrheitsgehalt: höchstens dreißig Prozent. Und einer muß es ja wohl wissen…“), gibt´s doch ´ne Menge schöner Fotos zu bestaunen, unter anderem vom Hennes, wie er vor lauter Frust beim Heimspiel gegen Gladbach in die Grasnabe beißt. (Die Zeichnung vorne aufm Umschlag ist allerdings unter aller Kanone.)

Zu guter Letzt: Lyrik ist jedermanns Sache nicht; und zudem stark jahreszeitenabhängig. Auf unserem Redaktions-WC haben folgende Poeten überdurchschnittlich gepunktet: Karoline von Günderode und Freiherr Josef von Eichendorff (Frühling); Lawrence Ferlinghetti und Octavio Paz (Sommer); Georg Trakl und Charles Baudelaire (Herbst); und im Winter die gesammelten EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN-Texte von Blixa Bargeld sowie Sir William Shakespeare mit seinen Sonetten. Bei Dünnpfiff hilft Robert Gernhard (Das meiste ist so schlecht, dass die Rosette automatisch krampft); bei Verstopfung hingegen immer noch als letzte Option nach autogenem Training und Scherzkompendium ´ne steile Tasse Kaffee und ´ne Tropenschatz Corona Spezial. Den dicken braunen Stumpen ziehen wir ein halbes Dutzend mal auf Lunge, dann hören se´s auch schon noch am anderen Ende vonne Stadt, wie die phlegmatisierte Schlange unterm Bauch in Bewegung kommt. So malt man(n) sich Geburtswehen aus.

In diesem Sinne:

Gutes Gelingen, wherever U R!