Archiv der Kategorie 'Bundesligen (Buli & Zwoli) 2012/2013'

Warten auf die Rückrunde bzw. Neues vom Hennes (& dem FC)

Vom Lütten hört man auch nix mehr. Kein Wunder, so wie Schalke auffem Zahnfleisch rotiert. Dem Huntelaar und sein Treueversprechen hin oder her.
Hennes hingegen residiert seit dieser Woche in Belek. Belek ist ein schmuckes türkisches Bergdorf zwischen Ägäis und Bosporus, wo der FC sich offenbar ´nen besseren Trainingseffekt erhofft wie, ne, als wenn er in Köln trainiert (wieso auch immer), während Hennes sich über seine wild weidenden Artgenossen wundert. „Die nuckeln den lieben langen Tag lang an ihren selbstgeschnitzten Wasserpfeifen und denken, Dönerspieße wachsen auffe/anne/inne Bäume. Ts.“ FC-Coach Holger Stanislawski hingegen fühlt sich offenbar pudelwohl in der protoandalusischen Provinz. „Hier gibt´s weit und breit kein Kölsch. Eine gute Gelegenheit für die Mannschaft, mal wieder zu sich zu kommen. Also zu finden.“ Gleich nebenan ist die Grenze zu Griechenland. Hat man da keine Angst? FC-Topscorer Anton Ujah: „Sollen se kommen! Wir werden den Hennes verteidigen, der kommt nicht auffen Grill!“ Hennes: „Na, da bin ich ja beruhigt…“ Höhepunkte des „Trainingslagers“ (O-Ton FC) sollen die Testspiele gegen Wacker Burghausen (13.01.) und den VfL Bochum (16.01.) werden.
Gegen Bochum hat man zuletzt zwonull gewonnen; Wacker ist Dritte Liga. Ist das nicht ein bißchen lahm? Der FC Bayern München hat vor einem Jahr schließlich ein Testspiel gegen die Weltauswahl von Indien absolviert. Dazu nochmal Holger Stanislawski: „Wir wollten ja gegen Barca; aber Messi schläft immer noch seinen letztjährigen Torrausch aus.“ Tja. So hat jeder sein Päckchen zu tragen. Hennes: „Kennste die strengsten Eltern der Welt? Diese Sat Eins- oder RTL Zwo-Scheiße? So ist das hier! Nur dass mir kein primatenhafter Ziegenhirte auffe Faltentasche liegt, dass ich den Stall ausmisten soll. NOCH nicht, wohlgemerkt.“
Wie´s wohl weitergehen mag? Wir bleiben auf alle Fälle dran. Wie immer knüppeldicht…

Und wieder nix. – Zwoli, 19. Spieltag: SV Sandhausen vs. 1. FC Köln

In Sandhausen hatten se mitten inne Wirren vom Ersten Weltkrieg noch genug Zeit und Muße, um ´nen Sportverein zu gründen. Was da wohl der Kaiser zu gesagt hat? Oder der Paul von Hindenburg? Man weiß es nicht. Fakt aber ist: Das Kaiserreich ist lang schon Geschichte, den SV aber gibt´s noch immer, und möglicherweise gibt´s den auch dann noch, wenn´s irgendwann die BRD nicht mehr gibt, aber heute sind erstmal die Kölner zu Gast, da haben die Sandhausener ganz andere Sorgen.
„Mit das volle kölsche Vollvermögen“ – so hat der neue Spieler vom Monat des FC Anton Ujah die sportliche Vorgehensweise seiner Mannschaft im heutigen Hardtwaldstadion (Baujahr 1951) rasiermesserscharf ausformuliert. „Und zwar immer geradeaus, also vorneweg.“ FC-Coach Stani indessen weiß die verbale Euphorie seines Stürmerstars rhetorisch feingliedrig zu zügeln, indem er rational zu bedenken gibt: „Dennoch müssen wir, wo es geht, die Situationen auch fußballerisch lösen.“ (siehe fc-koeln.de, Interview von gestern)
Hehre Ansprüche also hüben wie drüben. Tiefstapeln geht anders. (Wahrscheinlich. Keine Ahnung. Kennt sich hier keiner mit aus.)
Ob Vollvermögen aber oder fußballige Essenz, also Lösung – in der ersten Spielhälfte gibt´s zwei Torchancen von Ujah (17. Minute, Kopfball aus vier Metern, hätte drin sein müssen) und Clemens. Timo Horn hält einmal töfte. Ansonsten schwerenotet man sich gegen die Sandhausener Tabellenkellerkinder mächtig einen runter. Also ab.
Irgendwie symptomatisch oder so: Immer wenn man denkt, jetzt muß der FC doch mal abgehn wie Schmidts Katze – ist plötzlich wieder die Luft raus. Pfft und weg. Das Mallörisma scheint auch die Mannschaft selbst wahrgenommen zu haben und reagiert, wie ´ne kölsche Mannschaft gewohnheitsmäßig auf ´nen (mehr oder minder) spontanen Leistungseinbruch zu reagieren pflegt. – Im ersten Drittel kassieren Lehmann und jajalo die ersten Gelben wg. Faulerei. Anderthalbtausend FC-Fans im Stadion murren, sechseinhalbtausend Sandhausener machen „Psst!“
Schon herrscht wieder Ruhe im Gästeblock.
Ruhe. Stille. Silentium. Der Schiri heißt Leiche. Der Rasen sah schon vorm Spiel aus wie´n Totenacker. Da wächst nix drauf. Zumindest kein Punktedreier.
Torlos geht die Partie zuende. Nix mit Platz 6. Die Sandhausener freuen sich. Die Kölner schleichen in die Winterpause. Bzw. nicht ganz: Nächsten Mittwoch geht´s im DFB-Pokal noch kurz gegen Stuttgart.
Wenn der FC da genauso spielt wie heute, dann war´s das auch mit DFB-Pokal.

Sag´ zum Abschied leise Servus.
Am Ende wog das Heimweh schwerer, selbst wenn er heute in der Nachspielzeit nochmal kurz mitspielen durfte. – Chong Tese zieht´s nach einem knappen halben Jahr im Hennes-Geschwader zurück Richtung Heimat Südkorea. Wir sagen: Tschüss, Chongman, pass´ auf dich auf. Auch Corinna ist betrübt: „Eigentlich war er doch ´n ganz Süßen.“ Tja, das hätte se vielleicht mal besser ´n bißchen eher eingesehn. Müssen wir uns jetzt ´nen neuen Tagebuchschreiberling suchen. Die Welt ist rau.

Hennes nach dem Spiel: „Was mit der Mannschaft los war, fragste? Die waren halt alle voll traurig, weil der Chong Tese weggeht. Das war los.“
Aha. So, so. Na dann…

14.12.2012

´Ne Nikolausmütze macht noch keinen Weihnachtsmann oder: Wie man einen Text verbaut. – Zwoli, 18. Spieltag: 1. FC Köln vs. Eintracht Braunschweig

Tja. Man trifft sich doch meistens immer zweimal im Leben. Besonders inne Liga, wenn´s ´ne Hin- und ´ne Rückrunde gibt. Und zwischen den beiden kann sich bekanntlich ´ne Menge ändern bzw. geändert haben.
Vor ziemlich genau vier Monaten war ein 1. FC zu Gast in Braunschweig / Niedersachsen, der erstmal noch so was wie ´ne Mannschaft werden wollte. Diese Aufgabe hat er in der Zwischenzeit indessen mit Bravour erfüllt, nicht zuletzt dank Trainer Holger Stanislawski, den auch im Falle des Nichtwiederaufstiegs 2013 wohl in Köln kaum einer wegbuhen wollen wird. Aber auch dank einer Mannschaft, die vielleicht nicht die technisch versierteste der Welt ist, aber immer alles gibt, was man von so manchem Weltstar ja nu nicht unbedingt sagen kann. (Siehe Länderspiele vonne Deutschen. – Obwohl: Das könnte natürlich auch schlicht Unvermögen…)
Genug geschleimt.
Pfeifenkasper ist heute wieder Dr. Felix Brych, den kennen die Älteren noch vom 9. Spieltag. Einseins remis ging´s seinerzeit vor zwei Monden aus für uns FC gegen die Eintracht bzw. Dynamo Dresden. Da fühlen sich die Jüngeren wiederum an heute erinnert, wo Kumbela inne 23. Minute das Tor für die Gäste macht, Clemens in der 47. ausgleicht und Timo Neuer, äh, Horn in der 78. Minute bravourös einen anzweifelbaren Foulelfer hält. Wir indessen konstatieren: Ein Punkt ist besser als keiner, aber tabellentechnisch, also was die Platzierung angeht, war´s für den FC ein verlorener Spieltag. Wir waren eh nicht im Stadion, aber Hennes hat Fotos gesimst. Große Löcher inne Südkurve (weil da keiner sitzt), davor Hennes mit ´ner Nikolausmütze auffem Geweih und dem Mikael (ausgewechselt inne 67. Minute), wie se die Mannschaft anfeuern. Und tatsächlich! Zwei Minuten vor Schluß macht Anton Ujah das Zwoeins. Hurra!
Damit ist dieser Text nun sozusagen im Arsch. Das kommt davon, wenn man parallel mitschreibt, obwohl man nichts mitkriegt (außer am Radio), und dann auch noch voreilige Schlüsse zieht. Immerhin – wir haben gewonnen. Rache für den Saisonauftakt.
Und dann schießt einer vonne Eintracht in der 92. Minute…

Meine Freundin sagt ja immer, ich sollte doch lieber Gedichte schreiben. Am besten über/für sie.
Die seien zeitloser.
Denkt sie.
Noch.

10.12.2012

Kochen mit lauwarmem Wasser oder: Ohne Babbelkatz ist wie mit Babbelkatz, nur halt ohne Babbelkatz – und andere Ungereimtheiten. Unsere Buli am 16. Spieltag im Kinderistdaslangweilig-Schnelldurchlauf. PLUS: Babe des Monats Dezember (bzw. eben nicht)

Das Wort „Tragödie“ kommt bekanntlich (da staunt der Europa-Abgeordnete) aussem Griechischen und bedeutet übersetzt, also ins Deutsche, „Bocksgesang“.
Miau.
Hennes: „Soll ich?“
Ne, lass´ mal.

Freitag. Hoffenheim fightet tapfer weiter um einen Platz in der Abstiegszone, aber ach: 12 Punkte haben se anne Hacken, die werden se nicht wieder los, während Fürth und Augsburg mit jeweils 8 ununterbietbaren Zählern im Abstiegskampf zäh den Tabellenkeller verteidigen. Einzige Hoffnung für Hoffenheim: die Relegation. Au backe. Immerhin: Wenigstens unten inne Buli gibt´s noch so was wie ´ne Spannungskurve. Wenn auch gewohnt flach.

Samstag. Keine Gnade für Hoffenheim, Babbelkatz hin oder her. (Apropos Babbel: – Sind die Schalker nicht auf Trainersuche? Also langfristig jetzt? Hm…) Augsburg verlummert gegen die Bayern, Fürth gegen Freiburg. Heute sind wir alle Nürnberger, weil: da haben wir gegen Dödeldorf gewonnen. Schalke? – Frag´ Ibisevic. Und auch Dortmund verliert wieder, Klaus Allofs freut sich, Felix Magath sitzt zuhause und fragt sich das eine oder andere. Jermaine Jones fischt die gefühlte 50. Rote seiner „Karriere“ ab, und auch Marcel Schmelzer darf bereits nach einer guten halben Stunde duschen gehen, weil er seine Griffel nicht vom Ball lassen konnte. Sagt der Schiri, allerdings zu Unrecht. Kloppi springt wie gewohnt im Karree. Warmhüpfen bei Polarwetter. Abends versagt Werder auf ganzer Liga, die Eintracht meldet sich zurück im Rattenrennen um die Champignonliga-Plätze. Welcome back, Frankfurt.

Sonntag. Auch dies Gerede ist damit vom Tisch: Mirco Slomka löst NICHT im Sommer den Jupp in München ab. Stattdessen bleibt er in Hannover, aktuell noch vier Jahre, aber auch so was kann sich bekanntlich immer noch ständig ändern. Nachdem Hanke und Arango in Gladbach innerhalb von fünf Minuten (58. & 63.) Tante Tuchel das Wochenende versaut haben, heißt´s in 96 Hannover bereits nach anderthalb Minuten einsnull für die Gäste aus Pillendrehercity. Huszti gleicht nach zwanzig Minuten per verwandeltem Foulelfer aus. Es geht gut ab bei Mirko Slomkas 100. Buli-Einsatz auf der Trainerbank der 96er, in der 57. Minute bringt Diouf die Gastgeber um den Jubilar in Führung; eine Minute später gleicht Kießling wieder aus. In der 69. macht wiederum Huszti (Foulelfmeter, was sonst…) das dreizwo für Mirko; und dabei bleibt´s denn auch. Loser Leverkusen bleibt trotzdem auf Tabellenplatz zwo, dahinter Dortmund und Frankfurt, dann Schlumpfhausen, dann der Rest. Dödeldorf drückt sich wieder an der Tabelle verlängertem Rückgrat herum. Wie´s ganz unten aussieht, haben wir weiter oben bereits ausführlich dargelegt.

Inne Zwoli haben Berlin und Frankfurt vorgelegt, die Hertha klebt Braunschweig anne Heckflosse. Morgen dann zum Abschluß des Auftakts der Rückrunde das ultimative Aufsteiger-Duell: Hennes gegen das braune Schweigen aus Niedersachsen. Ohne Adil Chihi. Scheiße. „Muskelbündelriss mit Sehnenriss im hinteren rechten Oberschenkel“ lautet die Diagnose. Also praktisch ´n Totalriss direkt unterm Arsch. So was möchte keiner haben. Auch wir wünschen gute Besserung. Vielleicht läßt Stani ja jetzt Chong Tese nachrücken? – Morgen werden wir´s wissen.
Im Stadion am Millerntor mußten die Fans vor dem Spiel Schnee schippen; St. Pauli hat trotzdem vergeigt. Trotz Trainer Frontzeks perfekter Stani-Gedächnisfrisur. Trotz?
Die Dritte Liga hätten se auch genauso gut ganz ausfallen lassen können; und der Kate ihr Baby hat bereits das erste Todesopfer gefordert. Und so was soll mal auffen Thron drauf…

Die Redaktion hat außerordentlich getagt und zwar nicht ein-, aber doch mehrstimmig beschlossen, dass das Babe des Monats von diesem Monat an nicht mehr im Voraus, sondern erst am Ende des Monats gekürt wird. Grund u. a.: Letzten Monat war Lois Maxwell a/k/a Miss Moneypenny Babe vom selbigen, bloß wegen diesem neuen Bond-Film, den wir bis heute nicht gesehen haben. (By the way: Lorenzo, wie sieht´s aus?) Nach Relevanz bemessen, also was uns hier angeht, hätte aber eigentlich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Auszeichnung verdient gehabt. Immerhin: Daraus haben wir gelernt, und zwar: Das Babe des Monats Dezember wird somit erst Ende des Monats nominiert.
Und jetzt Schluß hier.

09.12.2012

„Extrem möglich und mehr als machbar“ – FC-Chef Hennes im exklusiven Zwoli-Saisonhalbzeit-Interview

SKS
Die erste Hälfte der Zwoli-Saison 2012/2013 ist abgearbeitet, der 1. FC Köln hat sich nach einem Stotterstart ins Tabellenmittelfeld vorgekämpft.

HENNES
Mit einem popeligen Punkt Rückstand auf den fünften Tabellenplatz…

SKS
Also quasi schon mit der Zehenspitze in der Aufstiegszone. Andersherum: Beim FC geht´s bekanntlich ständig rauf und runter…

HENNES
Das sind wahrscheinlich deine Corinna-Fantasien, die dir da ins Hirn bluten; Fakt ist: Von den letzten elf Spielen haben wir eins verloren…

SKS
…gegen den VfR Aalen…

HENNES
…Das sollen uns die Bayern oder die Dortmunder oder wie sie alle heißen erstmal nachmachen. Die sollen das mal noch schön genießen in dieser Saison, dass sie die Schale unter sich auslosen dürfen.

SKS
Das ist jetzt mal ´ne definitive Kampfansage; und bedeutet außerdem für den Wiederaufstieg in die Buli 2013, dieser ist:…

HENNES
…Extrem möglich und mehr als machbar. Item die Schale in Zwanzig-vierzehn. – Aber das liegt natürlich nicht in meinen Händen. Also Hufen. – Weißt schon…

SKS
Hm. Letzte Frage. Wer wird Deutscher Meister 2013?

HENNES
Wir. Alles andere ist blanker Fake.

SKS
Herr Hennes, wir danken Ihnen für das Gespräch.

HENNES
Dank ist des Idioten Lohn.

Köln, Geißbockheim, 04.12.2012